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5 Dinge, die dir deine Unzufriedenheit sagen möchte

Du bist unzufrieden? Erst einmal: Willkommen im Club. Alle Menschen erleben von Zeit zu Zeit Gefühle wie Unzufriedenheit, Unzulänglichkeit, Frust, Enttäuschung, Planlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Gereiztheit oder auch innere Leere. Doch was steckt dahinter? Wollen diese Gefühle der Unzufriedenheit dir einfach nur ordentlich die Laune verhageln? Und warum zum Teufel kannst du sie nicht einfach abstellen? 
Veröffentlicht 13. Mai 2021 | Kategorie: ,
5 Dinge, die dir deine Unzufriedenheit sagen möchte

Eigentlich ist alles gut. Jemand, der dich nicht kennt und dich ein paar Tage beobachtet, käme zu dem Schluss, dass doch im Großen und Ganzen alles prima läuft. Und trotzdem nagt da was an dir. Du nimmst innere Stimmen, Gedanken, Bilder und Gefühle wahr, die dir sagen: 

  • „Das reicht so nicht.“
  • „Ich bin nicht genug.“ 
  • „Ich muss noch mehr machen.“ 
  • „Andere machen auch mehr.“
  • „Ich bin irgendwie wertlos.“ 
  • “Soll das etwa  alles sein?“ 

Erst einmal: Willkommen im Club. Alle Menschen erleben von Zeit zu Zeit Gefühle wie Unzufriedenheit, Unzulänglichkeit, Frust, Enttäuschung, Planlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Gereiztheit oder auch innere Leere. Doch was steckt dahinter? Wollen diese Gefühle der Unzufriedenheit dir einfach nur ordentlich die Laune verhageln? Und warum zum Teufel kannst du sie nicht einfach abstellen? 

Schauen wir mal genauer hin. Vielleicht hat dir deine Unzufriedenheit ja auch etwas Wichtiges zu sagen. Also lade sie herzlich ein, gib ihr Platz und schau sie aus verschiedenen Perspektiven an. 

 

Unzufriedenheit: Hier können ihr Gründe liegen

1. Vielleicht gibt es wirklich einen Mangel in deinem Leben, der die Unzufriedenheit auslöst? 

Manchmal sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht. Auf Stimmungen und Gefühle bezogen kann dies bedeuten, dass du grübelst und begründest, reflektierst und wühlst, woher denn bitte dieses doofe Gefühl kommt. Dabei kannst du ganz vergessen, welche ganz banalen Dinge du brauchst: Ausreichend Flüssigkeit, eine gesunde und ausgewogene Nahrung (nicht zu viel aber auch nicht zu wenig!!!), eine angenehme Umgebungstemperatur, frische Luft, Bewegung, saubere Wohlfühl-Kleidung, eine Umarmung, eine warme Dusche, ein kuscheliges Bett, Schlaf, Sonne, passende Schuhe…

Ich für meinen Teil fühle mich manchmal wirklich unwohl und „usselig“ und mäkele an allem herum und dann fällt mir auf: Ich habe den ganzen Tag noch kein Wasser getrunken und mein Rücken ist komplett verkrampft vom Home Office. Wie soll dann auch gute Stimmung aufkommen? 

2. Du bist ein Mensch. 

Menschen haben Gefühle. Und zwar die ganze Bandbreite: Angenehm, unangenehm, leicht, schwer,  nagend, hilfreich, störend… Und ich schreibe jetzt bewusst nicht „gut“ und „schlecht“, denn ich glaube fest daran, dass alle Gefühle gute Gefühle sind. Sie zeigen uns, dass wir leben. Sie zeigen uns, dass wir menschlich sind. Sie zeigen uns, dass etwas wichtig ist. Viele Menschen würden am liebsten die als „schlecht“ etikettierten Gefühle aus ihrem Leben verbannen. Der Nachteil: Sie schneiden damit auch gleich ein wenig Vitalität und Lebensfreude aus sich heraus. Wer nicht bereit ist, schmerzhafte Gefühle zu fühlen, zahlt den Preis, dass auch angenehme Gefühle weniger eintreten.

Unser Leben ist immer in Bewegung. Du kannst dir unser inneres Erleben wie ein Pendel vorstellen. Das Pendel bewegt sich zwischen den Gegenpolen “Freude” und “Trauer”. Wenn wir das Pendel anhalten, weil wir den schmerzhaften Gegenpol, in diesem Fall die Trauer, nicht fühlen wollen, dann bleibt das Pendel zwangsläufig  im Niemandsland stehen. Das Pendel kann dann auch den Pol der Freude nicht mehr erreichen. Leere, Sinnlosigkeit, Antriebslosigkeit und Entfremdung sind die Folge. 

3. „Hallo, ich bin es, deine Unzufriedenheit, ich würde dich gerne vom Hier und Jetzt ablenken und dir eine Geschichte erzählen.“ 

Dein Verstand ist wirklich der beste Geschichten- und Märchenerzähler, den es gibt. Durchgehend entwirft er neue Geschichten, spült sie in dein Bewusstsein und manche Geschichten sind auch wirklich catchy! Denn was erregt unsere Aufmerksamkeit besser als Horror-Geschichten? Geschichten vom Scheitern und Versagen, von Fehlern und Ängsten, von Peinlichkeiten und Gerüchten. Und zack bist du mittendrin in seiner „Ich bin unzufrieden“-Geschichte.

Der Preis dafür ist hoch, denn während du in deinem Verstand gefangen bist, zieht das wahre Leben an dir vorbei. Ich möchte damit nicht sagen, dass dein Verstand gegen dich ist. Er ist unheimlich praktisch, ohne ihn wärst du nie dahin gekommen, wo du jetzt bist. Aber er übertreibt ganz gerne mal. Vielleicht magst du mal ausprobieren, die „Ich bin unzufrieden“-Geschichte ziehen zu lassen, wie Wolken am Himmel und dich nicht mehr so stark in ihr zu verfangen? 

4. Deine tiefen inneren Werte werden verletzt. 

Wer uns schon länger folgt, der weiß, wir lieben die Arbeit mit Werten! Werte sind wie ein Kompass in deinem Leben, der dir die Richtung vorgibt. Vor allem in schwierigen Zeiten kannst du diesen Kompass hervorkramen und schauen, ob du noch auf dem richtigen Weg bist. Ich versuche es mal mit einem Beispiel. Mir persönlich ist der Wert der Verantwortung sehr wichtig. Wenn ich mich unzufrieden fühle, dann halte ich kurz inne und schaue: Lebe ich diesen Wert gerade wirklich? Wird er vielleicht gerade von Personen in meinem Umfeld verletzt? Und was kann ich vielleicht noch heute tun, um mich wieder in die Richtung meines Wertes zu wenden? 

5. Es ist an der Zeit, einen Neuanfang zu wagen. 

Klar, zunächst ist Unzufriedenheit nervig. Aber wenn du sie mal mit Neugier, Offenheit und Akzeptanz betrachtest (vielleicht wie ein seltenes Ausstellungsstück im Museum), dann verliert sie zum einen die Bedrohlichkeit und zum anderen kannst du vielleicht eine Botschaft hinter ihr erkennen. Eine Botschaft des Neuanfangs. Es muss kein „Ich breche hier alle Zelte ab und gehe auf Weltreise“-Neuanfang sein. Vielleicht ist es ein sanfter, kleine Neuanfang: Im Umgang mit dir selbst, mit deinen Gedanken, deinen Gefühlen, mit deinen Mitmenschen und mit den Herausforderungen und Unwägbarkeiten, die das Leben für uns alle bereithält.

Und wenn du das Gefühl hast, hey, da brauch ich eine Sparrings-Partnerin: Wir sind da, brennen für Anfänge - und zwar für Anfänge aller Art! 

Literatur: 

Harris, R. (2019).ACT made simple: An easy-to-read primer on acceptance and commitment therapy. New Harbinger Publications.

Wengenroth, M. (2013). Das Leben annehmen: so hilft die Akzeptanz-und Commitmenttherapie(ACT). Huber.


Lerne die Autorin kennen Friederike Reuver
Mein Name ist Friederike Reuver (*1990) und ich bin Psychologin, Logopädin, systemischer Coach und Changemanagerin. Aufgewachsen im Münsterland lebe ich seit 2013 in Köln, wo ich im Jahr 2020 meinen M.Sc. Psychologie an der Universität zu Köln abschloss. Nach einer mehrjährigen Tätigkeit als Logopädin arbeite ich nun als Psychologin in Teilzeit bei der Caritas Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Erftstadt. Neben der Festanstellung widme ich mich unserem Herzensprojekt Anfänge aller Art!
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